Sie lesen
FEBRUAR – RAUS DAMIT

FEBRUAR – RAUS DAMIT

Den Februar nutzen, um rauszuwerfen

In Japan feiert man Anfang Februar Setsubun und wirft damit symbolisch die Dämonen des alten Jahres hinaus. Eine hervorragende Idee.

Setsubun, um die Dämonen zu vertreiben 

Anfang Februar kann man überall in Japan eine alte Tradition beobachten: Setsubun. Ein Mutiger im Freundes-, Kollegen oder Familienkreis setzt sich eine Dämonenmaske aus Papier vor das Gesicht und wird von allen anderen mit gerösteten Sojabohnen beworfen. Beim Werfen ruft man „Dämonen raus, Glück herein“.

Dahinter steht die Idee, die Dämonen des vorangegangen Jahres symbolisch zu vertreiben und leichter in den Frühling zu starten.

Traditionelle Dämonenmasken, ⁨Japan © Alamy Stock Foto⁩

Im Anschluss gibt es bestimmte glücksbringende Speisen zu essen, das können Buchweizennudeln, eine Art Gemüsesuppe, ähnlich der Minestrone, oder Ehomaki-Rollen sein. Die Rolle und die Buchweizennudeln sollen dabei nicht geschnitten werden, um sinnbildlich das Glück nicht abzuschneiden. Es wäre nicht Japan, wenn es nicht noch weitere, sehr exakte Vorgaben gäbe: Die Ehomaki Rolle ist schweigend zu verzehren und dabei sollte man in eine bestimmte glücksbringende Richtung sehen, die jedes Jahr neu bestimmt wird.

In manchen Familien isst zudem jedes Familienmitglied so viele geröstete Sojabohnen, wie es seinem Lebensalter entspricht, plus einer zusätzlichen Bohne für ein glückliches weiteres Lebensjahr.

Ballast abwerfen

Natürlich muss man die Wohnung oder das Büro im Anschluss von all den Sojabohnen reinigen. Das nutzt man gerne, um auch viele weitere Dinge wegzuwerfen. Am Ende startet man unbeschwerter in das Frühjahr. Nach dem chinesischen Mondkalender, der vor dem westlichen Kalender in Japan zur Anwendung kam, beginnt Anfang Februar der Frühling und die Zeit der großen Kälte des Winters ist vorbei.

Eine schöne Tradition, die man auch ohne Dämonenmaske und Bohnenwerfen unternehmen kann. Denn eine, wie wir finden, sehr interessante Methode des Aufräumens, sieht vor,  jeden Tag im Februar zu nutzen, um Dinge wegzuwerfen, von denen man sich trennen möchte.

Natürlich ist damit nicht unbedingt der Recyclinghof gemeint, sondern möglichst die Kreislaufwirtschaft denn auch durch Verschenken oder Verkaufen kann man sich von dem trennen, was sprichwörtlich Staub angesetzt hat und keine Freude mehr bringt.

Februar ist der ideale Monat

Die Tage werden länger, Weihnachten und der kalte, dunkle Monat Januar sind vorbei. Das Frühjahr lässt sich bisweilen am Himmel und in der Luft ahnen; die Kräfte nehmen zu. 

Fujiyoshida⁩, ⁨Präfektur Yamanashi⁩, ⁨Japan © GloriousMe⁩

Da man jedoch im Vergleich zum meteorologischen Frühling und Sommer meist noch mehr Zeit zuhause verbringt, ist der Monat Februar ideal dazu geeignet, sich von unnötigem zu befreien. So schafft man Raum für Neues oder einfach nur für eine wohltuende größere Leere.

Kontinuierlich loslassen

Der Februar ist ein relativ kurzer Monat, so dass es leichter fällt, den Rhythmus jeden Tag etwas loszulassen tatsächlich einzuhalten.

Das kann von Tag zu Tag sehr unterschiedlich im Umfang sein. An manchen Tagen fällt es einem leicht, sich von Dingen zu trennen, die eher belasten als erfreuen. An anderen Tagen nimmt man jedes Buch gefühlt dreimal zur Hand, bevor man es doch wieder in das Regal zurückstellt.

Siehe auch

Für manche Themen, wie beispielsweise den Kleiderschrank braucht man relativ viel Zeit, denn alle Experten sind sich einig, das gelingt nur, wenn man sämtliche Inhalte entnimmt und Stück für Stück bei Tageslicht und vor dem Spiegel kritisch prüft, bevor man entscheidet, ob es wegkommt oder bleiben soll.

An anderen Tagen fliegt nur ein Geschenk raus, das sicherlich lieb gemeint ist, mit dem man aber absolut nichts anfangen kann. Da ist es besser, mit diesem Geschenk jemand anderen zu erfreuen, als es zu lagern, um es im entscheidenden Moment eines Besuches taktisch zu platzieren. 

Das Entscheidende ist, jeden Tag im Februar zu nutzen, um etwas wegzuwerfen. Sie werden merken, dass die Routine sehr wohltuend ist. Von so manchem Teil, dass man an Tag 5 wieder zurückgestellt hat, trennt man sich am Tag 9 leichten Herzens.

Die Routine führt dazu, dass man im Gehirn letztlich schon für die kommenden Wegwerftage „vorsortiert“ und es zum Ende des Monats immer schneller und leichter fällt, sich von Sachen zu trennen.

Sollte man im Februar auf der Skipiste weilen und nicht jeden Tag nutzen können, spricht nichts dagegen, im März damit fortzufahren.

Denn viele Dämonen, die weltweit agieren, können wir leider nicht so leicht vertreiben – da tut es bisweilen der Seele gut, im eigenen Bereich so agieren zu können, wie wir es für richtig halten.

 

#Werbung #Produktplatzierung #UnabhängigeEmpfehlung #BecauseWeLoveIt

Titelfotografie / Still Soyabohnen © GloriousMe

Nach oben