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GRÜNER TEE

GRÜNER TEE

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Mythos und Mirakel

Viele Hoffnungen verbinden sich mit grünem Tee im Hinblick auf dessen antioxidativer Wirkung. Sie basieren auf der vergleichsweise hohe Anzahl an Polyphenolen, aufgrund des unterschiedlichen Trocknungsprozesses im Vergleich zu schwarzem Tee.

Der hohe Anteil an Antioxidantien ließ den grünen Tee als Hoffnung in der Prävention bestimmter Krebsarten erscheinen und jeder kennt Freunde oder Bekannte, die von einem auf den anderen Tag plötzlich nur noch grünen Tee orderten.

Bedeutende Autoritäten wie die englische Medizinpublikation Lancet und die amerikanische Food and Drug Association (FDA) kommen nach Bewertung aller aktuell vorliegenden wissenschaftlichen Studien zu dem Schluss, dass keine ausreichende Evidenz für die krebsvorbeugende Wirkung von grünem Tee vorliegt.

Ist damit der Mythos von grünem Tee entzaubert, mit dem man die Hoffnung verband, dem Körper etwas Gutes zu tun?

JA UND NEIN

Die große Hoffnung der Krebs-Prävention durch das Trinken von grünem Tee hat sich bislang auf Basis der vorliegenden wissenschaftlichen Studien als Mythos erwiesen.

Dennoch kann der grüne Tee sich sehr positiv auf Seele und Geist auswirken. Nicht jedoch mit der gelegentlich hastig getrunkenen Tasse grünen Tees, in der Hoffnung, andere ungesunde Lebensfaktoren damit ein wenig auszubalancieren, sondern in der Form, wie er in Japan seit Jahrhunderten zelebriert wird.

HARMONIE, RESPEKT, REINHEIT UND SEELENRUHE FORMEN DIE ESSENZ DES TEETRINKENS

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Das innere Erlebnis des Teetrinkens erfordert einen klaren Raum, reduziert auf das Minimum, um dem Geist die Möglichkeit der inneren Einkehr und Erholung zu geben. Vor Betreten eines Teeraums werden in Japan traditionell Hände und Gesicht gewaschen. Damit wird symbolisch der Alltag entfernt.

Auch das Reinigen der Instrumente, die für die Teezeremonie benötigt werden, ist nicht nur vom Standpunkt der Reinlichkeit zu sehen, sondern dient dem inneren Loslassen, der Konzentration auf das Hier und Jetzt.

Das Leben ist fast immer übervoll, gedrängt von Terminen, Aufgaben und Gegenständen. Der Rückzug, wenn auch nur für Minuten in einen Raum, der auf ein Minimum reduziert ist, vielleicht nur mit einer einzelnen Blüte oder einem einzelnen Zweig geschmückt, sind beste Voraussetzungen , die heilsame Wirkung des Tees zu erfahren.

Das langsame und bewusste Aufgießen des Tees ist vergleichbar mit einem aufschäumenden, wirbelnden Wasser, das zur Ruhe kommt. Ruhe und Reduktion sind die Voraussetzungen, Geist und Körper durch den Genuss einer Tasse Tee zu erholen und so erfrischt und verändert in den Alltag zurückzukehren.

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