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DIE KRAFT DER SPRACHE

DIE KRAFT DER SPRACHE

Sprache, mit der auch die Künstlerin Barbara Kruger arbeitet, hat laut Professor Bernard Roth einen entscheidenden Einfluss auf unsere Ziele.

Ziele erreichen,
anstatt davon zu träumen

Der amerikanische Professor Bernard Roth (Stanford University) geht
davon aus, dass auch unser Umgang mit Sprache darüber entscheidet, ob wir
unsere Pläne erfolgreich umsetzen oder nicht. Es ist einen Selbstversuch wert,
um die Wünsche und Vorsätze für das neue Jahr tatsächlich zu realisieren.

Professor Roth beobachtet seit vielen Jahrzehnten Studenten, die über ihre Träume sprechen, sie jedoch nie realisieren und andere, die ihre Träume tatsächlich wahrgemacht haben. Seiner Überzeugung nach können wir durch eine scheinbar subtile Änderung in unserer Wortwahl der Realisierung unserer Träume ein gutes Stück näher kommen.

Er rät, es selbst zu versuchen. Gewohnheiten zu ändern, um Zeit für die Realisierung von Träumen zu gewinnen, ist schwer – aber diesen Versuch kann jeder leicht unternehmen: Versuchen Sie eine Woche lang, drei Redewendungen wie folgt zu ersetzen:

1. ICH MUSS // ICH KANN

Erst wenn wir bewusst darauf achten, fällt uns auf, wie oft wir die Formulierung „Ich muss…“ im Alltag verwenden und uns damit negativ programmieren. Er rät, die beiden Worte „Ich muss“ gegen „Ich kann“ zu ersetzen. Mit den Worten „Ich kann“ wird ein weitaus größerer Freiheitsgrad formuliert, aber auch die Tatsache betont, dass manches, was uns als Last erscheint, auch als Privileg betrachtet werden kann.

2. ICH MÖCHTE, ABER … // ICH MÖCHTE UND ICH MÖCHTE …

Mit dem einschränkenden Wort aber, geben wir uns bereits vorab die beste Entschuldigung, warum wir etwas nicht tun konnten. Die Formulierung „Ich möchte heute Abend ins Theater gehen, aber ich muss arbeiten…“ wird mit großer Sicherheit auch so eintreffen. „Ich möchte heute arbeiten und ich möchte ins Theater gehen“ führt nach Roths Ansicht zu einer weitaus größeren Wahrscheinlichkeit, beides zu schaffen, und mit dem letzten Läuten noch zum Theatersitz zu gelangen.

3. ICH KANN NICHT … // ICH MÖCHTE NICHT …

Mit der Formulierung „Ich möchte nicht …“ positionieren Sie sich klar. Nicht immer leicht für Ihre Umwelt. Aber die eigenen Träume zu realisieren ist es wert, sich von den eher hilflosen Worten „Ich kann nicht…“ zu verabschieden. Das setzt maximale Ehrlichkeit voraus, die laut Professor Roth die wichtigste Voraussetzung überhaupt ist: Ehrlichkeit mit sich selbst.

Professor Bernard Roth, einer der Gründer des Hasso Plattner Instiuts of Design an der Standford University lehrt seit 1962 als Professor für Ingenieurwissenschaften an der Standford University. Er hat Hunderte von Publikationen in seinem Feld der Expertise, den Ingenieurwissenschaften, verfasst. Weit bekannt wurde er jedoch mit dem Buch: The Achievement Habit. Stop Wishing, Start Doing and Take Command of your Life. Das Buch hat einen Nerv getroffen und nicht ohne Grund, haben auch wir dieses Buch zum Jahreswechsel nach einiger Zeit wieder in die Hand genommen.

DIE NEUJAHRSVORSÄTZE DER LETZTEN 10 JAHRE

Es steckt viel Wahrheit in dem scherzhaften Kommentar: Ich brauche keine neuen Vorsätze. Die alten sind praktisch noch unangetastet. Wenn man wie GloriousMe gerne den elektronischen Kalender für alle geschäftlichen Planungen nutzt, es aber parallel genießt, jedes Jahr zum Jahreswechsel einen frischen neuen Papierkalender mit privaten Terminen und guten Vorsätzen für das neue Jahr zu füllen, fällt es leicht, sich die Neujahrsvorsätze aus dem Jahr 2010 nochmals anzusehen.

Denn unabhängig von Computer-Wechseln, Software-Updates oder dem Einsatz neuer Planungs-Tools, steht es Schwarz auf Weiß, in unserem Fall natürlich mit nachtblauer Tinte auf herrlich weichem weißem Papier da, was man vor 10 Jahren oder 20 Jahren geplant hat.

Es lohnt sich, die alten Neujahrsvorsätze nochmals anzusehen. Oft lässt sich dabei feststellen, dass sich von Jahr zu Jahr viele der beruflichen Vorsätze und Planungen verändern. Einige Vorsätze und Ziele haben sich realisieren lassen, so manches hat sich verändert, einige der Ziele und Vorsätze haben ihre Relevanz komplett verloren.

Gut so. Die privaten Neujahrsvorsätze jedoch scheinen stabiler zu sein, denn vieles erinnert an einen Übertrag vom letzten Jahr, oder, anderes betrachtet, sie scheinen sich sehr viel schwieriger realisieren zu lassen.

DIE VORSÄTZE FÜR DIE VORSÄTZE IN DIESEM JAHR

Damit möglichst viele der Vorsätze in diesem Jahr Wirklichkeit werden und in weiteren zehn Jahren nicht wieder „auf Wiedervorlage“ liegen, hier die GloriousMe Vorsätze für die Vorsätze in diesem Jahr:

JÄHRLICH, MONATLICH, WÖCHENTLICH, TÄGLICH

Wie schnell geht ein Jahr vorbei und die Neujahrsvorsätze 2021 liegen schon bald neben den Jahresvorsätzen von 2020. Es hilft, sich die Neujahrsvorsätze einmal im Monat anzusehen, um abzuschätzen, ob das Schiff den Kurs hält, oder immer weiter abdriftet.

WÖCHENTLICH

Die wichtigsten Prioritäten der Woche plant jeder – kaum jemand nimmt sich jedoch am Freitag oder Sonntag die Zeit, auch mal auf die Woche zurückzublicken und sich über all das zu freuen, was man an wichtigen Dingen auch tatsächlich geschafft hat. Ein gutes Gefühl zu sehen, was man als erledigt durchstreichen konnte, aber auch eine gute Disziplin zu analysieren, wie der Zeitanteil der dringenden Themen im Vergleich zu den wichtigen Themen war.

TÄGLICH

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Hier dürfen die wichtigsten Ziele nicht fehlen. Klar. Aber meist sind die wichtigsten Themen oft auch die schwierigsten Themen. Die harten Nüsse, die Themen, die wir vielleicht sogar am liebsten vermeiden würden, am Morgen oder Vormittag einzuplanen hilft, sie auch tatsächlich anzugehen. Alles andere ist dann am Nachmittag und Abend Belohnung dafür, in den wichtigsten Dingen vorangekommen zu sein.

Der ganz frühe Morgen, insbesondere die Entspannungsphase nach Yoga-Übungen oder anderer sportlicher Betätigung können Sie zudem ideal nutzen, um in Form eines Mantras sich die Ziele immer wieder zu gegenwärtigen, die Ihnen persönlich ganz besonders am Herzen liegen.

Bei manchen Themen macht es umgekehrt Sinn, sie bewusst in die Abendstunden zu legen. Eine vielbeschäftigte Bankerin hat von ihrer Mutter gelernt, dass es sehr hilfreich sein kann, sich eine bestimmte Uhrzeit vorzunehmen, zu der man mit dem Üben des Instrumentes beginnt. Also greift sie an jedem Abend, an dem sie zu Hause ist, Punkt 21.00 Uhr zum Cello. Es einfach zu tun, anzufangen und zwar genau um 21.00 Uhr, ist ihr Erfolgsgeheimnis.

NOT TO DO

Ehrlich zu sich selbst zu sein und zu entscheiden, welche Dinge man im neuen Jahr nicht mehr tun möchte, ist der schwierigste Teil der Planung überhaupt. Es setzt voraus, zu überdenken, warum wir manche Dinge tun.

Glauben wir, sie werden von uns erwartet, aber möglicherweise interessiert es niemand anderen? Ist uns etwas so zur Gewohnheit geworden, dass uns eine Änderung schlicht zu mühsam erscheint? Jagen wir einem Traum nach, obwohl unser Innerstes uns eigentlich sagt, dass er unerfüllbar ist? Und ganz ehrlich: Wie lange ist es her, dass Sie sich erlaubt haben gar nichts zu tun?

DER EINFACHE START

Die drei Empfehlungen von Professor Bernard Roth haben wir ausprobiert. Sie stellen die leichteste Übung am Beginn des neuen Jahres dar. Wir haben sie als sehr hilfreich empfunden, Themen neu zu betrachten und tatsächlich zu ändern. Was hält Sie davon ab, es auch zu auszuprobieren?

Abb.: Barbara Kruger, Belief+Doubt | Stedelijk Museum Amsterdam, 2012

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