Sie lesen
COCKTAILS MIT STIL STATT PROZENTEN

COCKTAILS MIT STIL STATT PROZENTEN

 

Nicht nur auf die Kreativität des Barkeepers verlassen

“Ich mix Euch mal was Leckeres” – da dieser Ansage des Barkeepers einige Enttäuschungen folgten – Cocktails ohne Alkohol aber fast immer mit Ananassaft und Unmengen von Zucker, haben wir den Cocktailshaker selbst in die Hand genommen

Shirley Temple

Eine Leserin hat uns auf diesen Klassiker der alkoholfreien Drinks aufmerksam gemacht und uns zusätzlich inspiriert, dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

So haben wir uns auf die Suche nach interessanten alkoholfreien Cocktails begeben, die man leicht Zuhause mixen kann, da man die meisten Zutaten bereits vorrätig hat oder relativ leicht besorgen kann.

Auf die Qualität der Zutaten kommt es an

Der Klassiker unter den Mocktails, der Shirley Temple, kommt mit vier Zutaten aus:

  • 20 ml Granatapfelsirup
  • 20 ml Limettensaft
  • Ginger Ale
  • Amarena Kirsche(n)

Wer kennt sie nicht, die blau-weißen Porzellan-Behälter der italienischen Firma Fabri, die früher in jeder Eisdiele auf dem Regal standen. Darin köstliche Amarena-Kirschen, die das Familienunternehmen aus Bologna mittlerweile in der sechsten Generation produziert.

Auch beim Ginger Ale gibt es Produkte, die einfach nur süß sind, oder Produkte, die Aroma besitzen und sich nicht allein auf den Zucker verlassen. Jeder größere Getränkehändler hat mittlerweile interessante Ginger Ale Varianten im Regal.

Den Granatapfelsirup erhält man mittlerweile auch überall und kann ihn nicht nur für Cocktails sondern auch als Beigabe zum Salat-Dressing oder für dunkle Saucen verwenden.

Wenn am nächsten Morgen die UN-Vollversammlung ansteht

Der Cocktail, der um 1930 entstand und nach dem damaligen Kinderstar benannt wurde, ist kinderleicht zu mixen: Granatapfelsirup und Limettensaft in ein hohes Glas mit Eiswürfen gießen, umrühren und mit Ginger-Ale auffüllen. Die Amarena Kirsche oder Kirschen kommen ganz zum Schluss ins Glas.

Fertig ist der Drink, der Süße und Säure besitzt. Shirley Temple, die viele Jahre als US Delegierte in der UN-Vollversammlung arbeitete und als Botschafterin für die Vereinigten Staaten in Ghana und der Tschechoslowakei tätig war, wird ein alkoholfreier Cocktail womöglich oft gute Dienste getan haben, wenn am nächsten Tag eine UN-Vollversammlung anstand.

Buttermilch Margarita

Der Original Margarita (2 cl Zitronensaft, 2 cl Triple sec oder Cointreau und 4 cl Tequila) hat es in sich. Und er erfüllt die Voraussetzungen für einen perfekten Cocktail, gemäß der Münchner Legende Charles Schumann, der meint „Cocktails sollten im Regelfall nicht mehr als drei Zutaten enthalten“ und wie wir davon überzeugt ist: „Beste Qualität bei den Zutaten!“.

Tequila gibt es in allen erdenklichen Qualitätsstufen. Die Besten bestehen zu 100 Prozent aus Agavensaft. Ob man Tequila klar oder im Holzfass gereift bevorzugt, ist Geschmacksache.

In einem großen Glas mit Salzrand mundet der Margarita bei einem Mexico-Urlaub hervorragend. Stehen jedoch am nächsten Tag schwierige Verhandlungen an, ist man mit einem Buttermilch Margarita besser dran.

Die Idee des Buttermilch Margarita stammt von Betty Kupsa, die in Hamburg The Chug Club führt, eine Bar in St. Pauli, die Qualitäts-Tequila zu einem besseren Ruf verhelfen will.

Wir haben ihr Rezept für den Buttermilch Margarita ausprobiert und sind begeistert, haben es jedoch ein wenig variiert, da uns das Grundrezept etwas zu süß war. So mixt GloriousMe ihn:

  • 50 ml Buttermilch
  • 20 ml frisch gepresster Limettensaft
  • 10 ml Agavendicksaft
  • 1/2 Teelöffel Quitten- oder Zitronengelee

Limettensaft, Agavendicksaft und das Gelee im Shaker umrühren. Je nach Konsistenz des Gelees geht das sehr schnell oder braucht ein wenig Geduld. Sobald alles gut miteinander vermengt ist, Eiswürfel und Buttermilch dazugeben und etwa 20 Sekunden kräftig schütteln und abseihen.

Wir servieren den Buttermilch Tequila am liebsten in einem stilvollen Cocktailglas und lieben diesen säuerlichen Drink, der gut auf einen Salzrand verzichten kann, am liebsten gut gekühlt.

Der Agavendicksaft verleiht dem Drink zugegebenermaßen nur die Illusion des Tequila-Geschmacks, aber auch die Illusion ist schön. Genau richtig für einen warmen Spätsommerabend.

Siehe auch
Sprache, mit der auch die Künstlerin Barbara Kruger arbeitet, hat laut Professor Bernard Roth einen entscheidenden Einfluss auf unsere Ziele.

Belmont „Dessert“

Bei unserer Suche nach leckeren Cocktails sind wir auf den Belmont gestoßen, der 1917 nach einem Hotel in New York benannt sein soll. Allerdings enthält der echte Belmont Gin.

  • 4 cl Gin
  • 3 cl Sahne
  • 2 cl Himbeersirup

Gibt man alle drei Zutaten in einen Shaker mit Eis, lässt diesen rotieren und seiht dann den Cocktail in ein edles Glas von Lobmeyr ab, hält man einen leckren Cocktail in der Hand. Lässt man den Gin weg, kann man das schnellste Dessert der Welt genießen.

Bar oder Zuhause

Unser Enthusiasmus den heimischen Shaker zu betätigen, bedeutet nicht, dass wir den schönen Bars dieser Welt den Rücken kehren wollen. Eine schöne Bar, perfekt beleuchtet und mit der richtigen Hintergrundmusik ist ein Erlebnis, das wir nicht missen möchten.

Aber wenn wir am nächsten Tag zu 100 Prozent fit sein möchten, werden wir unsere neuen Erkenntnisse einsetzen, uns nicht mehr nur auf die Kreativität des Barkeepers verlassen sondern einen Shirley Temple oder einen Buttermilch Margarita bestellen.

#Werbung #Produktplatzierung #UnabhängigeEmpfehlung #BecauseWeLoveIt

Fotografien © GloriousMe 2023

Print Friendly, PDF & Email
Nach oben