Musik besser als Hauptdarsteller
Vieles wird bei Festen bis ins kleinste Detail geplant. Der Musik wird dabei oft zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet
Musik ist der Anfang
Meinte der Schauspieler Robert Stadlober, kürzlich in einem Interview. Aus seiner Sicht hat jeder Text eine eigene Melodie und einen individuellen Rhythmus, den er als Schauspieler finden muss, um ihn zu interpretieren. Seine aktuelle Hauptrolle im Film Führer und Verführer (im Kino oder noch bis Juli in der ARD Mediathek zu sehen) demonstriert dies eindrücklich.
Bei vielen Festen, die nun im Frühling und Sommer geplant werden, spielt Musik nur eine Nebenrolle. Stunden, Tage oder Wochen wird über geeignete Locations, Blumendekorationen und das Menü nachgedacht. Zum Schluss steht der Punkt Musik auf der To-do-Liste.
Je nach Anlass werden mit Hilfe künstlicher Intelligenz die beliebtesten Kirchenlieder für Trauungen recherchiert oder im Freundes- und Bekanntenkreis Empfehlungen für DJs eingeholt. Das Briefing für letztere besteht dann oft darin: Eine bunte Mischung, so dass jede Generation etwas gefällt.
Gehirn und Musik
Die Wirkung von Musik kennen wir seit vielen Jahren: Musik kann uns trösten, heiter stimmen, beruhigen oder Energie spenden. Abends vor dem Einschlafen wählen wir andere Interpreten im Vergleich zur Musik, die uns bei einem energischen Lauf durch den Regen am Morgen begleiten soll.
Musik wird immer stärker auch therapeutisch eingesetzt wird, sei es um Schmerzen zu lindern oder dem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Während Musiktherapeuten im Krankenhaus oft einsam um den Erhalt ihrer Stelle bangen müssen, hat sich in den letzten Jahren ein Forschungszweig innerhalb der Neurologie entwickelt, der versucht, die Wirkungen von Musik auf bestimmte Teile des Gehirns wissenschaftlich zu erforschen. Die Erkenntnisse sollen anschließend unter anderem in der Medizin gezielt genutzt werden.
Das dänische Center for Music in the Brain der Universität in Aarhus, Dänemark, gegründet vom Hirnforscher und Jazz-Musiker Peter Vuust oder das Institut der Neuropsychologie der Universität Zürich unter Professor Lutz Jäncke sind nur zwei Beispiele von vielen, welche wissenschaftlich die Wirkung von Musik auf unser Gehirn untersuchen.
Prägend – allerdings nicht für alle
Professionelles Musizieren ist mit Hochleistungssport zu vergleichen. Selbst der Gelegenheitssportler weis, Wiederholungen stärken die Muskeln und das Muskelgedächtnis. Kleine Kinder lernen mit dem Song der Zahnfee das Zähneputzen oder mit dem Lied der WHO das richtige Händewaschen.
Erwachsene können durch vielfaches Hören von klassischer Musik ihr Musikverständnis erweitern und beginnen, Muster und Motive erkennen. Das gilt für nahezu alle Menschen bis auf wenige, deren Stärken in anderen Gebieten liegen und die meist auch wenig Begeisterung für Musik aufbringen.
Unabhängig vom Genre gelingt es der Musik, uns emotional zu berühren. Ihre Wirkung ist weit stärker im Vergleich zu rein visuellen Eindrücken. Das liegt am Hörprozess, der im Vergleich zum Sehprozess, komplexer ist und an der Verarbeitung der Musik in mehreren Gehirnhälften, die unterschiedlichen Funktionen dienen.
Die Voraussetzungen
Idealerweise wird Musik live erlebt. Das gemeinsame Erleben von live gespielter Musik hat die größtmögliche Wirkung. Sie führt sogar zu einer gewissen Synchronisierung des Herzschlags in einem Publikum, das beispielsweise eine Wagner-Oper über Stunden gemeinsam erlebt.
Das funktioniert nicht nur in der Oper sondern auch im Fussballstadium, in der Live-Arena, im Opern-Air-Club oder beim gemeinsamen Singen rund um den Maibaum.
Die wichtigste Funktion ist Aufmerksamkeit. Keine Beschallung im Hintergrund sondern bewusstes Erleben der Musik.
Warum also nicht beim nächsten Fest anstatt DJ oder Playlist enthusiastische Musiker engagieren, die das Fest mit ihrem Musizieren unvergesslich werden lassen.
Individualität ist Trumpf
Der herausragende japanische Musiker Ryuichi Sakamoto, dessen Musikkomposition für den Film „Der letzte Kaiser“ einen Oscar für die beste Originalmusik gewann und der mit der Filmmusik für „Merry Christmas Mr. Lawrence“ berühmt wurde, liebte das Restaurant Kajitsu in Manhattan.
Dort wurde feinste vegane japanische Zen-Küche zelebrierte, die vom Guide de Michelin mit einem Stern ausgezeichnet wurde.
Die dortige Hintergrundmusik, ein Mix aus Folksongs, Jazz und brasilianischer Pop-Musik fand er so unerträglich, dass er dem Restaurantbesitzer anbot, eine Playlist zu erstellen, die den feinen Aromen und der ruhigen, stilsicheren Atmosphäre des Restaurants entsprach.
Das Restaurant nahm das Geschenk des berühmten Komponisten dankbar an. Die Kajitsu Playlist ist verfügbar, falls Sie daran interessiert sind, Ihr Abendessen zuhause mit eleganten Klängen zu einem besonderen Erlebnis werden zu lassen.
Wenn Sie mehr vom faszinierenden Komponisten Ryuichi Sakamoto erfahren wollen, empfehlen wir den Konzertfilm OPUS, in dem er mit seinem letzten Klavierkonzert zu sehen ist oder den Film CODA, ein Porträt über den kreativen Prozess des Komponierens.
OPUS, Ryuichi Sakamoto © Alamy Stock Foto
Max Richter und Mark Rothko
Als GloriousMe Leser wissen Sie, dass wir bei einem Aufenthalt in Paris, wann immer es geht, mit großer Freude die Fondation Louis Vuitton besuchen. So haben wir schon einige Ausstellungen dort gesehen.
Unvergesslich jedoch bleibt der Besuch einer Ausstellung der Gemälde von Mark Rothko für die der Komponist Max Richter im Rahmen eines Künstler in Residence Aufenthaltes spezielle Werke komponiert hatte und diese in der Fondation Louis Vuitton mit einem Orchester, einem Flügel und Elektronik dort aufführte.
Zwischen den Live-Konzerten gab es sogenannte musikalische Promenaden, welche die eigens für die Werke komponierten Stücke präsentierten. Bilder und Musik schufen ein unvergessliches Erlebnis.
Mark Rothko, Fondation Louis Vuitton, Paris 2024 © GloriousMe
Egal ob Metallica oder Dolly Parton
Und für Ihren nächsten Geburtstag empfehlen wir, die Musik ganz individuell nach ihrem Geschmack auszusuchen und dem Fest damit einen besonderen Charakter zu geben. Ein runder Geburtstag, auf dem das „Geburtstagskind“ nur Metallica spielte, bleibt uns ewig in Erinnerung, denn es sagte etwas über den Jubilar aus.
Wiederholungen sind dabei durchaus erlaubt: Ihr ganz spezielles Lieblingsstück kann ruhig mehrmals am Tag oder Abend erklingen. Es wird seine Wirkung nicht verfehlen.
Am Ende ist Musik
Bei den wichtigsten Ereignissen des Lebens ist Musik ein wichtiger Begleiter. Das gilt insbesondere für die letzte Feier im Leben. Bei Trauerfeiern versagt Angehörigen und Freunden oft die Stimme und es fällt ihnen schwer, ihre Gefühle auszudrücken. Die Musik ermöglicht all das und mehr auszudrücken.
#Werbung #Produktplatzierung #UnabhängigeEmpfehlung #BecauseWeLoveIt
Titelfotografie: Brighton Technical College Studenten, Konzertpavillon Brighton© Alamy Stock Foto
