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YAYOI KUSAMA: KUNST GEGEN ANGST

YAYOI KUSAMA: KUNST GEGEN ANGST

 

 

Ein probates Mittel?

“Every time I have had a problem, I have confronted it with the ax of art” Yayoi Kusama

Halluzinationen

Yayoi Kusama’s Zuhause in Tokyo ist eine psychiatrische Klinik, in der sie freiwillig lebt. Von dort aus geht sie jeden Tag in ihr Studio und schafft Kunstwerke. Sie sagt in Interviews, das sei der einzige Weg für sie, ihre Angst zu bekämpfen.

Die 1929 in Matsumoto, Nagano, Japan, geborene Künstlerin musste als Jugendliche in ihrem konservativen Elternhaus für ihren Wunsch, als zeitgenössische Künstlerin zu arbeiten, erhebliche Widerstände überwinden. Stattdessen war eine standesgemäße Ehe vorgesehen.

Nach einer einjährigen Ausbildung in klassischer japanischer Malerei in Kyoto wanderte sie in die USA aus. New York und die dortige Kunstszene schienen ihr der wichtigste Ort zu sein, um sich mit ihrer Kunst durchzusetzen.

Schon bald begann sie ein Motiv von farbigen Punkten, oft als Polka Dons bezeichnet, zu nutzen, dem sie Zeit ihres Lebens treu blieb. Die farbigen Punkte bezeichnet sie in Interviews als Teil ihrer Halluzinationen, die sie künstlerisch festhalten muss, um sie zu verarbeiten.

Ein kontinuierliches Auf und Ab

Über ihre Ängste und zahlreiche Selbstmordversuche spricht sie offen. Nach anfänglichen Erfolgen in den Vereinigten Staaten von Amerika geriet sie in Vergessenheit und kehrte nach Japan zurück.

Dort konnte man mit ihrer Kunst zunächst wenig anfangen. Sie blieb dabei, bekämpfte ihre Probleme weiter mit ihrer Kunst und gehört mittlerweile zu den renommiertesten Künstlern Japans. 

Wichtige Museen der Welt wie die Tate Gallery in London, das SFMOMA in San Francisco oder das Guggenheim Museum in New York zeigen ihre Werke. Seit 2017 gibt es ein eigenes Yayoi Kusama Museum in Tokyo.

2023 entwickelte Louis Vuitton im Rahmen einer Kooperation mit der Künstlerin eine umfangreiche Kollektion, in der die Punkt-Motive von Yayoi Kusama auf Turnschuhen, Handtaschen und vielen anderen Accessoires zu sehen sind.

Lächelnde Reaktionen

Auch auf der Kunstinsel Naoshima sind Yayoi Kusama’s Werke zu sehen, unter anderem die charakteristischen Kürbisse. Sie gehören zu den meistfotografierten Objekten auf der Insel. Regelmäßig bilden sich Schlangen davor, während der Rest der Insel fast einsam wirkt.

Red Pumpkin Sculpture, Naoshima,Japan, 2023

Das Reaktion der Betrachter ist nahezu identisch: Es gibt kaum jemanden, der beim Anblick der Kunst von Yayoi Kusama kein Lächeln im Gesicht trägt.

Die Menschen mögen ihre Kunst. Für die Räume, in denen sie ihre Punktmotive mit großer Sorgfalt als Lichtobjekte positioniert, sind in der Regel Zeitbeschränkungen vorgegeben. Zu gerne verweilen die Besucher darin und verlieren sich in Zeit und Raum.

Ein Glücksfall

Siehe auch

Yayoi Kusama kann ihre Schmerzen in Kunst ausdrücken. Das ist nicht jedem Künstler möglich. Für viele sind psychiatrische Kliniken das Ende ihres künstlerischen Daseins.

14 Pumpkins Installation, Love for ever, Biennale, Bangkok 2019

Viele ukrainische Künstler wie Serhiy Zhadan, dessen Kunst in Form von Lyrik, Romanen und Musik ein wichtiger Hoffnungsanker für seine Landsleute in der Ukraine darstellt, sind an die Kriegsfront gegangen. Andere, wie die Schriftstellerin Victoria Amelia, die bei einem Bombenangriff auf Kramatorsk ums Leben kam, sind Opfer russischer Aggression geworden.

Kunst, die für die Verarbeitung von Schrecken und Angst so enorm wichtig ist, fällt Kriegen oft als erstes zum Opfer, denn Kriegsziel ist immer die Auslöschung einer nationalen Identität.

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Fotografie © GloriousMe 2024

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