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WAS HABEN SIE HEUTE ZUM ERSTEN MAL GEMACHT?

WAS HABEN SIE HEUTE ZUM ERSTEN MAL GEMACHT?

Wie lautet Ihre Antwort?

 

Abwechslung im Leben ist spannend. Rituale erhalten die Balance.

Nicht vorbereitet

Der Gast, dem die Frage in der Talkshow gestellt wurde, zögerte für Sekundenbruchteile und nutzte die Taktik gewandter Interviewpartner, die Frage nicht zu beantworten sondern zu einem anderen Thema zu wechseln.

Die Frage lies ihn nicht los — wer möchte schon den Eindruck erwecken, dass ein von außen betrachtet spannendes Vielbeschäftigtsein lediglich aus einer langen Serie von Routinen besteht – und wollte im Verlauf des Gespräches doch berichten, was er heute zum ersten Mal getan hatte.

Ein Tag ohne jede Routine und ein Leben ohne liebgewonnene Rituale wäre vermutlich nicht auszuhalten. Es lohnt sich dennoch, so viel Neues wie möglich zu unternehmen.

 

Perspektivenwechsel

Im besten Fall ergibt sich aus der neuen Unternehmen eine neue Perspektive — in jedem Fall hält der Perspektivenwechsel jung, rät Altersforscher Professor Sven Voelpel, Jacobs Universität, Bremen.

Wobei der Perspektivenwechsel durchaus wörtlich genommen werden kann.

Die übliche Laufstrecke gegenläufig anzugehen, bringt einen neuen Blick auf die gewohnte Umgebung, bei der man jeden Baum bereits zu kennen scheint. 

Einen Teil der Laufstrecke tatsächlich rückwärts zu gehen, hat einen noch größeren Effekt.

Immer dann, wenn wir etwas Neues tun oder gewohnte Abläufe verändern, entwickelt unser Gehirn neue Verbindungen, die uns aktiv und leistungsfähig halten.

Raus aus der Pausenroutine

Das hat in Zeiten von Homeoffice und Firmenkantinen, die mit den vielen Plastiktrennwänden nun nicht mehr wirklich attraktiv wirken, eine neue Bedeutung.

Warum nicht mal das neue Restaurant mit persischer Küche in der Mittagspause ausprobieren, an dem man mit dem Rad auf dem Weg zum Büro immer vorbeifährt.

Vieles lässt sich ohne großen Aufwand verändern: Eine neue Butter aus der Bretagne testen; statt der gewohnten Tagliatelle zur schwarzen Pasta greifen und dabei die nächste Reise nach Venedig planen.

Ich habe keine Lust auf ein gleichgeschaltetes Leben

meint Bill Murray im Interview in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verteidigt damit seine Liebe zur Spontanität und seine Lust, nicht immer die Dinge zu tun, die andere von ihm erwarten.

Unsere Seh- und Lesegewohnheiten können schnell dazu führen, dass wir uns in einer Blase bewegen, selbst wenn diese mit lieben Freunden oder Kollegen auf das Angenehmste gefüllt ist.

Siehe auch
Ein GloriousMe Corona Logbuch des Editors Karin Klossek.

Greifen Sie beim nächsten Besuch im Zeitungskiosk nicht oder nicht nur zu Ihrem Lieblingsmagazin, sondern nehmen Sie ein Magazin mit, das sie noch nie gelesen haben, putzen Sie Ihre Zähne einfach mal mit der anderen Hand, laufen Sie einen neuen Weg vom Yogastudio nach Hause oder lernen Sie ein Instrument.

Kaufen Sie einen neuen Duft mit dem Sie sich zum Jahreszeitenwechsel verwöhnen.

Probieren Sie Orangen Wein, auch wenn Sie gutmeinende Freunde davor warnen und gönnen Sie sich ein Abonnement für eine Autorenfilm-Plattform, die sie mit den besten Filmen des neuen Koreanischen Kinos bekannt macht.

Und damit ist dieser Artikel auch schon am Ende, denn wir wollen unbedingt heute Abend noch ins Kino, um den den neuen Film von Wes Anderson „The French Dispatch“ zu sehen

Die Filme von Wes Anderson zu sehen ist für uns ein genauso lieb gewonnenes Ritual wie es die neuesten Episoden von James Bond sind. 

Bedenkenswert

Eine GloriousMe Leserin machte uns nach der Lektüre unserer Referenz für James Bond auf das Zitat von Jack London aufmerksam, das M bei der Gedenkfeier für den Agenten Ihrer Majestät aus einer längeren Passage zitiert:

„Die eigentliche Funktion des Menschen besteht darin, zu leben, nicht zu existieren. Ich werde meine Tage nicht damit verschwenden, sie zu verlängern. Ich werde meine Zeit nutzen“

 
 
Fotografien © GloriousMe | Titelbild: Präsidenten Palast Qasr Al Watan, Abu Dhabi
 
 
 

 

 

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