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VALENTINSTAG, GEBURTSTAG, MUTTERTAG …

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Im letzten Moment habe ich dann doch noch ein kleines Geschenk, das seit Monaten auf Vorrat in der Schublade lag, am Abend zum Valentinstag-Geschenk deklariert und verschenkt. Wochenlang hatte ich alle Werbehinweise in Form von Herzen aus roten Rosen, Desserts mit Rosenblätter-Dekoration, Schaumbäder mit Champagner-Gläsern und ähnliche Bilder, vorzugsweise in den Farben Rot, Rosé und Apricot, konsequent ignoriert.

BY THE EDITOR // KARIN M. KLOSSEK

Freundinnen und Freunde in angelsächsischen Ländern können sich dem Druck des Valentinstag, dem Tag, an dem alles perfekt sein muss, nur schwer entziehen. Einige davon geben regelmäßig eine Bestellung langstieliger, dunkelroter Rosen beim Online-Versand auf, der pünktlich am Valentinstag in ihrem Büro angeliefert wird.

Der Strauß wird dann mit einem bezaubernden, wissenden Lächeln gut sichtbar auf dem Schreibtisch platziert. So gehört man dazu und muss keine mitleidig-einfühlsamen Blicke ob des blumenlosen Schreibtisches an diesem Tag ertragen.

Die gute Laune auf Knopfdruck, weil der Kalender einen Geburtstag, Muttertag oder Weihnachten anzeigt, finde ich schwierig. Über Glückwünsche am Tag des Geburtstages freue ich mich sehr und verbringe den Tag gerne am Schreibtisch, Computer und Telefon, auch um mich für die Glückwünsche, die auf allen Kanälen eintreffen, zeitnah und individuell zu bedanken.

Feiern an einem anderen Tag hat mehr Reiz

Feiern kann ich gut und gerne am Wochenende zuvor oder Wochen später. Zu einem Zeitpunkt, an dem es perfekt passt, an dem das Lieblings-Restaurant einen schönen Tisch frei hat oder der Kopf frei ist, weil man gerade an einem besonders schönen Ort oder in besonders netter Gesellschaft ist.

Das erscheint mir geheimnisvoller und damit reizvoller. Es hat zudem den Vorteil, dass das Feiern weniger ritualisiert wird und sich keine Erwartungshaltung bei den Eingeladenen aufbaut, die man in den Jahren danach vielleicht gar nicht mehr bedienen möchte.

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Freiheit ist der beste Glückwunsch

Die Freiheit, an einem „Feiertag“ ganz spontan das zu tun, worauf ich gerade Lust habe, überwiegt. Anstelle langwieriger Dinner-Vorbereitungen spontan durch den regennassen Wald zu joggen, den Garten umzugraben oder den Abend in einem dunklen Kinosaal zu verbringen, hat seinen ganz besonderen extravaganten Reiz.

Das stilvolle Feiern, bewusst an einem späteren Tag, oder im darauffolgenden Monat wird auf diese Weise zu einem ganz besonderen Date oder zu einem spontan wirkenden Treffen mit Freunden. Ohne Reden, ohne Geschenke und ohne Verpflichtungen.

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